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Die Tuch-Falttechnik in der Krankenhausreinigung/Desinfektion

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von G. Friedemann Schubert

Tücher zur Desinfektion: Falten? Oder nicht Falten..?

Zusammenfassung: Eine Desinfektion mit gefalteten Tüchern ist im Pflegebereich „prinzipiell“ abzulehnen. Sie kann nach erfolgter Risikoanalyse, von der Hygienekommission, für manche Bereiche zugelassen werden.  Voraussetzung um eine wirksame Desinfektion durchzuführen ist die Planung einer fehlerfreien, sicheren Desinfektion. Zur Planung gehört, zum Schutz der Patienten, Mitarbeiter und Besucher eine verantwortungsvolle Risikoanalyse. Als Grundlage zu Erstellung der Risikoanalyse bieten sich die Vorgaben der RKI-Richtlinie Anlage C 2.1/ 3.1 an.

Bei gezielten Desinfektionen verbietet sich die Anwendung der Falttechnik!

Gezielte Desinfektionsmaßnahmen sind solche bei:

  • Erkennbarer Kontamination,
  • Schlussdesinfektion und
  • Ausbruchsituationen sowie
  • Auftreten spezieller Erreger.

Erkennbare Kontaminationen von Flächen können mit Blut, Eiter, Ausscheidungen oder anderen Körperflüssigkeiten vorliegen.

Planung ist… 

  • Kein Seifenfehler durch zwischenzeitlicher Verwendung anderer, nicht mit dem Desinfektionsmittel kompatibler Substanzen.
  • Kein Eiweisfehler durch sichtbare Anschmutzungen – Kein Temperaturfehler durch Verwendung eines Produktes/Konzentration, die über ein ausreichendes Temperaturfenster verfügt.
  • Kein Konzentrationsfehler durch Verwendung sicher Dosierhilfen wie Messbecher.

Begründung:

Je nach Risikoanalyse kann die Falttechnik z.B. in Bereichen ohne oder ggf. mit geringem Infektionsrisiko auf sichtbar sauberen Flächen durchgeführt werden.In Bereichen mit erhöhtem Infektionsrisiko ist, z.B. in OP-, Eingriffs- und Infektionsbereichen sowie bei infektionsgeschwächte Patienten, die Falttechnik gefährlich. Eine Desinfektion mit gefalteten Tüchern birgt eine hohe Gefahr der Keimverteilung. Insbesonders ist das dann der Fall, wenn das Tuch gedreht wird und die Rückseiten der Tücher zur Flächendesinfektion verwendet werden.Hier kommen Einmal- oder Weibseinwegtücher zur Anwendung.Um sicher zu gehen, dass es zu keiner Keimverteilung kommt ist eine sichtbare Verunreinigung z.B. mit Körperflüssigkeiten/- Ausscheidungen vor der Desinfektion mit einem, mit dem selben Desinfektionsmittel getränktem Tuch soweit zu entfernen, dass sie nicht mehr sichtbar ist.  Dann ist gemäß RKI-Richtlinie C 2.1, nochmals, mit einem Desinfektionsmittelgetränktem-Einwegtuch ein weiterer Arbeitsgang durch Abwischen durchzuführen.

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