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Fakten zur Hasenpest

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Liebe Desinfektorinnen und Desinfektoren,

Wie Ihr bestimmt mitbekommen habt, hat es im bayerischen Nabburg zehn bestätigte Fälle von der sogenannten Hasenpest gegeben.
Es bleibt abzuwarten, ob das Thema in den vierbuchstabigen Medien wieder zu einer, die Menschheit vernichtenden, Pandemie hochstilisiert wird.

Bis es also zu unserem unvermeidlichen, grausamen Ende durch die Hasenpest kommt, wollen wir Euch mit einigen Fakten aus dem Ratgeber des Robert-Koch-Instituts dazu versorgen.

Bei der Hasenpest, auch Tularämie genannt, handelt es sich um den Erreger Francisella tularensis. Ein gramnegatives, aerob wachsendes Coccobacillus mit einigen Unterarten. Weiterführende Informationen dazu erhalten Ihr im RKI Ratgeber. Er bildet zwar keine Sporen aus, ist dennoch sehr widerstandsfähig.
Der Erreger kann bei Temperaturen zwischen 0° und 10° Celsius wochenlang überleben. Das bedeutet, dass z.B. durch verendete Wildtiere kontaminierte Erde oder Wasser in den Wintermonaten sehr lange infektiös bleiben kann.
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, z.B. bei tiefgekühltem Wildfleisch, kann F. tularensis monatelang infektiös bleiben.

F. tularensis benutzt viele Lebewesen als Vektoren. Er infiziert Kleinsäuger wie z.B. Hasen, Kaninchen und Mäuse aber auch andere Wild- und Haustiere. Nachgewiesen wird er aber auch in Arthropoden wie Mücken, Zecken und Bremsen. Selbst Vögel können betroffen sein. Eine Mensch zu Mensch Übertragung ist bisher nicht bekannt.

Mögliche Infektions- und Übertragungswegen, dieses hochinfektiösen Erregers (Infektionsdosis 10 KBE) sind u. a.:

  • Haut- oder Schleimhautkontakt mit infiziertem Tiermaterial oder Wasser. Als Folge des Kontakts auch gerne als Schmierinfektion über die Augen.
  • Parental durch Stich oder Biss infizierter Arthropoden.
  • Inhalation von Aerosol z.B. bei der Heuernte.

Der Erreger ist gemäß IfSg §7 meldepflichtig und sorgt für etwa 500 bis 1000 Infektionen beim Menschen pro Jahr in Europa. Das ist relativ selten jedoch muss bedacht werden, das die Zahl der nicht gemeldeten Fälle, also die Dunkelziffer höher liegen dürfte. Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung in 30 bis 60% der Fälle tödlich. Eine Desinfektion kann mit Produkten die den Wirkungsbereich A erfüllen, gut realisiert werden. Persönliche Schutzausrüstung ist neben den Basishygienemaßnahmen erforderlich vor allem ein geeigneter Atemschutz sprich also mindestens FFP2 Masken. Patientenwäsche, welche kontaminiert sein könnte, ist im Einlegeverfahren zu desinfizieren oder fachgerecht zu entsorgen.
Häufig betroffen sind Personen, die sich viel in der freien Natur aufhalten (z.B.: Jäger, Waldarbeiter, Landwirte, Hundebesitzer).

Quelle für diesen Artikel ist der RKI – Ratgeber Francisella tularensis aus 2016 gewesen. Solltet Ihr Anfragen von interessierten Personen haben, empfehlen wir Euch dort nachzulesen. Ihr findet auf den Seiten des RKI viele Informationen zum Thema Hasenpest. Auch die Gesundheitsämter können Euch unterstützen.

Viele Grüße

Euer Vorstand

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