info@effdev.eu 0151-70331114

Schutzkleidung richtig An- und sicher Ablegen

Leserbewertung
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]

G. Friedemann Schubert, Andre Samm, Peter Weis stand Dez. 2020

Was ist Schutzkleidung?

Schutzkleidung hat die Aufgabe den Träger vor gesundheitlichen Risiken zu schützen.

Schutzkleidung wird über die Arbeitskleidung oder als solche über geeignete Unterwäsche getragen.

Schutzkleidung muss so beschaffen sein, dass der Träger nicht behindert wird.

Der Umfang der Schutzkleidung ergibt sich aus dem Risiko für den Mitarbeiter (Träger) und Dritten

wie Schutzbefohlene und Kollegen. Während zum Beispiel in der häuslichen Seniorenpflege oft eine

Plastikschürze und Einmalhandschuhe ausreichen, ist bei durch Aerosole übertragbaren Krankheiten

ein Schutzanzug und schwerer Atemschutz unverzichtbar. Um Schutzkleidung inklusive Atemschutzes tragen zu dürfen ist eine Rücksprache mit dem zuständigen Arbeitsmediziner notwendig. 

Hier sind, wie auch bei Handschuhen, unter anderem Tragezeitbegrenzungen einzuplanen.

Wichtig: Jegliche Vorgabe ist vom Desinfektor(in), nur sie/er hat hierfür eine qualifizierte Ausbildung, in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbeauftragten und den Arbeitsmedizinern festzulegen.

Anlegen von Schutzkleidung:

Das Anlegen einzelner Ausrüstungsteile von Schutzkleidung ergibt sich im Fall der Desinfektorin, des Desinfektors und anderer Hygieneberufe, aus den Vorgaben des späteren Ablegens.

Schutzkleidung wird nur von Sachkundigen getragen.

Maßnahme: Desinfektionen gemäß TRBA 250   – Schutzstufe 3

Tätigkeiten sind dann der Schutzstufe 3 zuzuordnen, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

Auszug:

a) Es liegen biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 vor, die schon in niedriger Konzentration eine Infektion bewirken können

 oder

es können hohe Konzentrationen von biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 auftreten

 und

b) es werden Tätigkeiten durchgeführt, die eine Übertragung möglich machen, z.B. Gefahr von

Aerosolbildung, Spritzern oder Verletzungen. Das gilt auch, wenn ein entsprechender Verdacht besteht.

Hier wird folgende Ausrüstung vorausgesetzt.

Schutzanzug nach DIN EN 14605 der Kategorie 3 für tödliche Gefahr, Typ 4 zum Einsatz.

Durchdachtes Anlegen:

Das Anlegen erfolgt im „weisen Bereich“, also außerhalb des Infektionsgeschehens!

1) Das erste Paar Handschuhe anziehen

2) Den Schutzoveral komplett anziehen und den Reißverschluss schließen (evtl. abkleben)

3) Gummistiefel oder Sicherheitsschuhe anziehen. Der Overal muss außen schließen.

4) Anschließend das zweite Paar Handschuhe, über das erste und über den Anzug, streifen.

5) Mundschutz und Schutzbrille aufsetzen (Mundschutz unter Kapuze unter, die Brille über die Kapuze des Anzugs tragen.)

Sicheres Ablegen:

Das Ablegen der Schutzkleidung erfolgt, unter Aufsicht mindestens einer Person, im grauen Bereich.

Für den Fall einer Eigenkontamination beim Auskleiden ist geeignetes Desinfektionsmittel bereit zu halten.

Der Desinfektor steigt in eine überdimensionale Entsorgungstüte. So kann alles Anfallende anschließend sicher entsorgt werden. Sollen Leichtschlauchgeräte, oder anderes einer Wiederaufbereitung zugeführt werden, sind diese unverzüglich nach der Ablage zu desinfizieren und zur weiteren Aufbereitung zu verpacken.

Der Ablauf:

1)  Schutzbrille abnehmen, in den Müllsack fallen lassen….

2)  Den Reisverschluss öffnen…

3)  Overall nun außen greifen und bis etwa zur Hüfte herabziehen…

4)  Die Überhandschuhe abstreifen, in den Müllsack fallen lassen, dann…

5)  (Vorsicht!) Anzug nur noch innen anfassen!

6)  langsam komplett Abstreifen, (dabei auf die Hosenbeine achten!)

7.) langsam aus dem Overal und

8.) aus den Schuhen steigen, verbleiben mit dem Overal im Müllsack

9.) Mundschutz in den Müllsack fallen lassen

7)  Verbliebens, das nun durch das anfassen der Maske, kontaminiertes Paar Handschuhe, ausziehen

        siehe Ablegen der Handschuhe!

8)  Entsorgungssack über die zu entsorgende Schutzkleidung ziehen und verschließen.

9)  Hygienische Händedesinfektion durchführen

Dokumentation erfolgt durch die Aufsichtführende Person.

Ablegen der Handschuhe

Hinweis: Rekontaminationsfreies ausziehen der Handschuhe gilt auch für den „Handschuhabwurf“ von Ärzten und der Pflege!

  1. Rechte Hand greift den linken Handschuh in der Handfläche
  2. Rechte Hand zieht den linken Handschuh von der Hand ab…
  3. Der linke Handschuh wird von der rechten Hand gehalten
  4. Linken Handschuh (ohne anfassen, mit der linken Hand) in der rechten Hand zusammennehmen…
  5. Linken Handschuh (ohne anfassen, mit der linken Hand) in der rechten Hand zusammennehmen…
  6. Mit Fingern der linken Hand von oben in den rechten Handschuhschaft greifen
  7. So, ohne sich außen am Handschuh zu kontaminieren, den Handschuh nach vorne ziehen…
  8. Der linke Handschuh ist jetzt mit der kontaminierten Außenseite innen sicher verpackt
  9. So wurden die Handschuhe ohne Kontamination der Hände ausgezogen und können sicher Entsorgt werden!

Zusammenfassung mit einem Aufruf des Robert-Koch-Instituts:

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) dient dem Schutz des Helfenden und beugt einer Verschleppung der Kontamination durch Person bzw. Kleidung vor.

Ein Infektionsschutz durch die PSA entsteht nur, wenn diese korrekt angelegt, getragen, ausgezogen und dekontaminiert bzw. entsorgt wird.

Aus diesem Grund sind regelmäßige Übungen zum Umgang mit der PSA notwendig, um im Ernstfall Fehler und damit Folgeschäden zu vermeiden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.